Wer kennt es nicht: man sitzt in der Vorlesung, der Professor hält einen Monolog zu einem dir schwer verständlichem Thema und du versuchst hektisch mitzuschreiben, denn du kannst dir nichts von dem gesagten behalten. Dein Nachbar hingegen lässt Stift und Papier ruhen und hört wissbegierig zu.

Heutzutage gibt es viele verschiedene Methoden, welche dir das Lernen erleichtern sollen. Dabei kommt es aber ganz darauf an, welche Sinne du beim Lernen bevorzugst, bzw. welche sich in der Vergangenheit als erfolgreich erwiesen haben. Wenn du in der Uni bzw. Vorlesung schneller oder langsamer lernst, hat dies oft nichts mit deiner Intelligenz zu tun, sondern mit unterschiedlichen Lerntypen.

Denn zum Lernen brauchen wir unsere Sinnesorgane. Dazu zählen natürlich unsere Augen und Ohren, aber auch der Geruchs-, Geschmacks- und Tastsinn sind von großer Bedeutung. Durch das jeweilige Sinnesorgan gelangt der zu lernende Stoff in unser Gedächtnis. Da die einzelnen Sinnesorgane bei jedem Menschen unterschiedlich stark ausgeprägt sind, bedeutet das, dass es unterschiedliche Lerntypen gibt.

In Anlehnung an die Sinnesorgane, die beim Lernen beteiligt sind, spricht man deshalb von auditivenvisuellenkommunikativen und motorischen Lerntypen.

Wie unterscheiden sich diese Lerntypen?

1. Auditiver Lerntyp

Auditive Lerntypen bevorzugen mündliche Erklärungen eines Vortragenden, vor allem wenn Sie lebendig und mit klangvoller Stimme erläutert werden. Sie können Vorträgen gut folgen, auch wenn der Sachverhalt kompliziert ist. Nachrichten, die sie im Radio hören, können Sie sich besser merken, als wenn sie diese im Fernsehen sehen. Gehörtes (z. B. von CDs oder vorgetragenen Geschichten) können sie leicht und schnell verstehen und gut nacherzählen.

Geräusche aus der Umgebung beeinflussen ihre Konzentration sehr stark. Sie können sich am besten konzentrieren, wenn es um sie herum absolut ruhig ist. Auch können sie sich Informationen besser merken, wenn sie sich diese selbst laut vorsagen.

2. Visueller Lerntyp

Zeichnungen, Tabellen und Diagramme können visuelle Lerntypen sich gut und schnell merken. Wenn sie einen Vortrag hören, machen sie sich ihre Vorstellungen dazu. Visuelle Lerntypen sehen erzähltes schnell vor Ihrem inneren Auge und haben eine große Vorstellungskraft. Sie verstehen Themen auch nur dann, wenn sie sich den Sachverhalt genau vorstellen können.

Darum bevorzugen Sie Präsentationen, Filme und Übersichtsgrafiken. Schriftliche Anweisungen werden leicht verstanden, auch Pläne und technische Zeichnungen. Je mehr Lerninhalte ein Vortragender an eine Tafel schreibt, desto leichter kann dem Thema gefolgt werden und desto schneller kann sich der visuelle Lerntyp den Lernstoff merken.

3. Kommunikativer Lerntyp

Ihnen ist es wichtig beim Lernen, von Mitlernenden Informationen zu erhalten und diese mit Ihren zu vergleichen. Sie bevorzugen es mit der Klasse zu diskutieren, denn dann können Unklarheiten direkt besprochen werden. Diskussionsrunden zu einem Thema helfen kommunikativen Lerntypen besonders gut, das Thema zu verstehen. Grundsätzlich unterhalten sie sich gern und viel mit anderen Menschen. Am besten merken sie sich Dinge, über die sie mit anderen ausführlich besprochen haben. Kommunikative Lerntypen fallen im Unterricht beispielsweise dadurch auf, dass sie öfter Fragen zum Lernstoff stellen, als andere.

4. Motorischer Lerntyp

An Dinge oder mechanische Modelle, die angefasst, berührt oder untersucht wurden, können sich motorische Lerntypen besonders gut erinnern. Wenn sie etwas erzählen, unterstreichen sie dies durch Gestik und Mimik, beispielsweise durch das mitzählen der Finger, wenn sie mehrere Punkte zu einem Thema aufzählen. Sie bevorzugen die Projektarbeit, Experimente oder zum Beispiel Besichtigungen, da sie den Stoff direkt miterleben können.

Wenn sie sich beim Lernen bewegen können, lernen sie leichter und schneller. Am besten, werden Lerninhalte selbst aufgeschrieben, anstatt die Mitschriften eines Kommilitonen zu kopieren. Durch die Hand in den Kopf: Es hilft ihnen wenig, wenn sie Informationen nur lesen oder hören.

Wer nun glaubt seinen Lerntyp erkannt zu haben und Lernstoff nur noch auf diese bestimmte weise zu lernen, wird sich eher einschränken als fördern. Denn zu beachten ist, dass man nicht nur einem einzigen Lerntypen entspricht. Im Idealfall beherrschen wir ja alle Sinnesorgane, welche den jeweiligen Lerntypen zugeordnet werden. Jeder von uns hat nur eine Präferenz die zur Bestimmung des Lerntyps beiträgt. Diese ist aber von vielen verschiedenen Faktoren abhängig und wird von Dingen wie Anliegen und Thematik beeinflusst. Deshalb ist es sicher gut seine Präferenz zu kennen und entsprechend zu unterstützen. Jedoch liegt der Erfolg meist in der Vielfalt.

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Zoi Smeets

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